Pille danach
pro familia fordert Rezeptfreiheit der Pille danach
"Die in Deutschland immer noch bestehende Rezeptpflicht für das Nachverhütungsmittel 'Die Pille danach' entbehrt jeder medizinischen Grundlage und schränkt das Recht der Frau auf selbst bestimmte Familienplanung erheblich ein“, erklärt pro familia Schleswig-Holstein. "Es ist völlig unverständlich, warum hierzulande Frauen und Mädchen der Zugang zur 'Pille danach' erschwert werde", betont Reiner Johannsen, Geschäftsführer des Landesverbandes.
Bereits 2003 hat sich das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte für die Freigabe ausgesprochen. Für sie plädiert auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Und in 18 europäischen Ländern, sogar im konservativ geprägten Österreich und Spanien, sowie in den USA und Kanada, ist die 'Pille danach' in Apotheken ohne Rezept erhältlich. Langjährige Forschungen und Erfahrungen haben ihre Sicherheit und Wirksamkeit belegt.
Pille danach für Verhütungspannen
"Die Pille danach kann eine bestehende Schwangerschaft nicht abbrechen", stellt Johannsen klar. "Falsche Informationen und ideologisch geführte Auseinandersetzungen tragen hier zu einer allgemeinen Verunsicherung bei. Die 'Pille danach' gehört in die Reihe der Verhütungsmittel und ist für "Notfälle" wie Verhütungspannen gedacht. Sie ist, wie alle ärztlich verordneten Verhütungsmittel, bis zum vollendeten 20. Lebensjahr kostenlos.
Wie die pro familia-Studie zu Jugendschwangerschaften deutlich macht, führen meist Anwendungsfehler bei der Verhütung zu ungewollten Schwangerschaften. Insbesondere für diese Risikosituationen ist eine schnelle Verfügbarkeit der 'Pille danach' sehr wichtig. Sie kann verhindern, dass Frauen und Mädchen ungewollt schwanger werden und in eine ausweglose Situation geraten.
Unverzügliche Einnahme wichtig
Die Rezeptpflicht baue unnötige Barrieren auf, vor allem weil der Zeitfaktor eine ganz wichtige Rolle spiele. "Die Pille danach muss unverzüglich nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden", erklärt Johannsen. Dies sei oft, vor allem für Mädchen und junge Frauen, ein Problem, besonders am Wochenende. Wie die Praxis zeige, scheuen sich viele, in die Notfallambulanz eines Krankenhauses zu gehen und zuzugeben, dass bei der Verhütung etwas schief gelaufen sei. Die „Pille danach“, die gerade für diese Situationen gedacht ist, muss daher jederzeit verfügbar sein“, fordert Johannsen.
Neues Präparat auf dem Markt
Seit Oktober 2009 ist ein neues Präparat auf dem Markt, das bis zu maximal fünf Tage nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr zugelassen ist. Doch auch bei dieser neuen Pille danach nimmt die Wirksamkeit nach 48 Stunden deutlich ab. Mit 35,30 Euro ist es doppelt so teuer wie die bisherigen Präparate.
pro familia wird sich verstärkt für die Rezeptfreiheit einsetzen und bietet umfassende Informationen zur Pille danach an, in den landesweit 13 Beratungsstellen und mit einem Infotelefon rund um die Uhr unter 01805 - 77 63 26 (Automatische Ansagen in Deutsch, Türkisch, Englisch und Russisch - 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom).
Lesen Sie dazu auch unsere Infoseite zur Pille danach.
Weitere Informationen:
pro familia Schleswig-Holstein
Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg
Tel. 04 61 – 90 92 620 - Fax 04 61 – 90 92 649
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