Jugendsprechstunde an Schulen

Innovatives Modellprojekt von pro familia

Sprechstunde zu Liebe, Freundschaft, Sexualität

"love.team" - unter diesem Namen bietet pro familia seit September 2009 in der Max-Tau-Schule, im Kieler Stadtteil Mettenhof, eine regelmäßige Jugendsprechstunde zu Fragen und Problemen rund um Liebe, Freundschaft, Sexualität und Verhütung an. "Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass ein großer Bedarf an professioneller Beratung zu diesen Themen besteht", berichten die Initiatoren Yonca Gebhardt und Dominik Hohnsbehn.

Das sexualpädagogische Team von pro familia Kiel und Rendsburg/Eckernförde steht alle zwei Wochen, mittwochs in der dritten und vierten Schulstunde und in den Pausen, für Fragen und Probleme zur Verfügung. Aktionen in den Pausen zu speziellen Themen, wie Kondomgebrauch, Traummann und Traumfrau oder ein Sex-Quiz, weisen auf das Angebot hin.

Bekannt ist das Team vielen Schülerinnen und Schülern bereits aus den sexualpädagogischen Schulklassenprojekten oder auch aus dem speziellen Jugendprojekt Eltern auf Probe, das zeitlich bereits über die wenigen Schulstunden der Klassenprojekte hinaus geht. Angesichts des sehr begrenzten Zeitrahmens äußerten SchülerInnen und die Schule den Wunsch nach einer regelmäßigen Sprechstunde in der Schule.

Jugendliche in ihrem Lebensraum erreichen

Dafür sprechen nach Meinung des sexualpädagogischen Teams vor allem drei Gründe: Erstens: Unsere Klassenprojekte sind auf wenige Stunden beschränkt. Sie können nicht alle Bereiche eines großen Themas vertiefen, aber eine gute Basis für mögliche weitere Beratung sein. Zweitens: Schule als Ort auch von sexueller Bildung rückt im Zuge der Debatte um die Ganztagsschule weiter in den Vordergrund. Und drittens: Besonders bildungsferne Jugendliche verlassen kaum ihren Stadtteil. Man sollte sie "vor Ort abholen".

Zukunftsweisendes Angebot in sozialen Brennpunkten

Wie wichtig eine regelmäßige Sprechstunde vor allem an Schulen in sozialen Brennpunkten, wie Kiel Mettenhof, ist, untermauert die jüngste pro familia-Studie zu Jugendschwangerschaften. Danach erhöhen soziale Benachteiligung, geringe Bildungschancen und Armut die Wahrscheinlichkeit, ungewollt schwanger zu werden.

Die Max-Tau-Schule möchte sich den Themen wie Teenagerschwangerschaften und – abbrüche und deren Prävention mehr stellen. Auch andere Schulen, die derzeit ihre Ganztagsangebote planen, zeigten bereits Interesse an einer Jugendsprechstunde vor Ort. Gerne will pro familia dieses Modellprojekt ausweiten.

Spenden und Sponsoren gesucht

Ein Problem ist jedoch die Finanzierung. Das gesamte sexualpädagogische Angebot wird zu 50 Prozent aus Spenden finanziert. Doch durch die Finanzkrise ist das Spendenaufkommen massiv zurückgegangen. In Gefahr sind daher alle Jugendprojekte und die Zukunft auch dieses innovativen Modellprojekts love.team.

pro familia sucht Spenden und Sponsoren, die es ermöglichen, dass diese Jugendsprechstunde, z.B. an der Max-Tau-Schule, auch 2010 weitergehen kann. Unternehmen oder Privatpersonen könnten Sponsoren einer Schulsprechstunde werden. Wer ein derart zukunftsweisendes Jugendprojekt unterstützen möchte, melde sich bitte bei der pro familia Kiel. Auch noch so kleine Spenden sind willkommen.

Auch Ihre Stiftung kann uns helfen

Wir bedanken uns bei der Auerbach Stiftung für die finanzielle Unterstützung unserer Jugendprojekte.

Kontakt und weitere Informationen

pro familia Kiel

Fernsehbericht

Der Offene Kanal Kiel, Redaktion Kiel aktuell, hat über dieses neue Projekt berichtet. Sehen und hören Sie diesen Bericht hier...